Schäden an Holzböden durch den Echten Hausschwamm: Ursachen, Erkennung und fachgerechte Sanierung

Wenn sich ein Holzboden im Haus plötzlich hebt oder wölbt, wird dies von Eigenheimbesitzern oft zunächst für ein harmloses Verziehen des Holzes gehalten. Dahinter kann sich jedoch ein gravierender Bauschaden verbergen, wie ein auf Baubiologie-Regional.de beschriebener Praxisfall anschaulich verdeutlicht.

In diesem Fall trat nach wenigen Tagen ein farbiger Pilz aus den Dielen hervor, dessen Unterkonstruktion bereits braun gefärbt und rissig zerstört war. Ursache für eine solche Zerstörung ist häufig der Echte Hausschwamm, der in der Fachsprache Serpula lacrymans genannt wird. Dieser holzzerstörende Pilz wächst bevorzugt im Verborgenen – etwa unter Dielenbreitern, in Zwischendecken oder hinter Wandverkleidungen –, da er sehr empfindlich auf Luftzug reagiert. Er benötigt organisches Material wie Holz, Tapeten oder Karton als Nahrung und besitzt die Eigenschaft, sogar durch Mauerwerk zu wachsen und das Gebäude zu destabilisieren.

Um den Befall sicher zu bestimmen, nimmt ein Sachverständiger Proben, die in einem Fachlabor mikroskopisch untersucht werden. Der Echte Hausschwamm zeigt sich unter anderem durch seinen braunen Fruchtkörper mit orangefarbener Fruchtschicht und hellem Rand sowie durch sein helles Strangmycel. Unter einem Strangmycel versteht man ein weit verzweigtes Geflecht aus fadenartigen Pilzsträngen, mit dem der Pilz Feuchtigkeit und Nährstoffe über größere Strecken transportiert.

Die Entstehung eines solchen Schadens basiert fast immer auf ungehindert eindringender Feuchtigkeit. Bei der Renovierung eines älteren Bauernhauses wurden beispielsweise Lagerhölzer – das sind die Balken der Unterkonstruktion, auf denen die Dielen befestigt werden – direkt in eine Schüttung eingebettet. Weil eine feuchteisolierende Schicht, also eine wasserundurchlässige Sperrschicht zum Keller hin, fehlte, stieg Feuchtigkeit in den Boden auf und bot dem Pilz über ein Jahr lang ideale Bedingungen.

Die Sanierung muss zwingend nach den Vorgaben der Fachnorm DIN 68800-4 erfolgen, welche die Bekämpfungs- und Sanierungsmaßnahmen gegen holzzerstörende Pilze regelt. Alle befallenen Holzbauteile sowie der gesamte Bodenaufbau müssen bis auf den Rohboden entfernt und entsorgt werden. Anschließend muss die gesamte Bausubstanz gründlich ausgetrocknet werden, wobei auch das Umfeld auf Schimmelsporen zu untersuchen ist. Bei Unsicherheiten bezüglich der Raumfeuchte oder Belastungen unterstützen Fachkräfte durch eine baubiologische Bauberatung oder bauphysikalische Messungen.

Auf den Einsatz chemischer Schwammsperrmittel kann verzichtet werden, wenn sämtliche befallenen Hölzer vollständig durch nicht befallbare Baustoffe ersetzt werden und die Austrocknung dauerhaft sichergestellt ist. Wer beim Wiederaufbau sorgfältig arbeitet und die feuchteisolierende Schicht nicht vergisst, schützt sein Gebäude nachhaltig vor erneutem Befall. Weitere praktische Tipps rund um gesundes Wohnen und den Schutz vor Feuchtigkeitsschäden finden Sie im Themenbereich Schimmelpilze.

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Veröffentlicht am: September 28, 2026|Kategorien: Schadstoffe, Schimmelpilze|Schlagwörter: , , , , |3,1 Min. Lesezeit|

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