Induktionsherde aus baubiologischer Sicht
Viele Menschen, die sich einen neuen Elektroherd kaufen, greifen zu einem Modell mit Induktionsplatten. Die Vorteile sind das rasche Erhitzen (fast wie bei Gas) und die Energieeffizienz, da nur der Topf erwärmt wird. Gibt diese Technologie aber auch Anlass zu baubiologischen Bedenken?
Induktionsherde arbeiten mit magnetischen Feldern in einem Bereich von ca. 20 bis 50 kHz (Kilohertz), mit Oberwellen bis zu 600 kHz. Diese Felder führen zu sogenannten Wirbelströmen im metallischen Kochgeschirr, jedoch nicht in anderen Materialien wie z.B. Glas. Höherfrequente Magnetfelder werden verwendet, da mit höherer Frequenz der induzierte Strom im Kochgeschirr ansteigt und eine bessere Wärmewirkung erzeugt wird. Mit der genannten Frequenzbandbreite des Induktionsherdes von 20 kHz wird somit der gesamte Langwellenbereich abgedeckt und auch der untere Bereich der Mittelwelle berührt.
Durch magnetische Felder kommt es zu einer Induktion von elektrischen Strömen in leitfähigen Objekten, wozu auch der menschliche Körper gehört. Diese Ströme können im Körper zu vielfältigen Effekten führen, beginnend mit Nervenstimulation oder Nervenreizung und vielfältigen medizinischen Folgen. Gesetzliche Grenzwerte beziehen sich ausschließlich auf Spontaneffekte, Langzeiteffekte werden nicht berücksichtigt. Möglichkeiten zur Abschirmung der magnetischen Felder des Induktionsherdes bestehen kaum. Da die Magnetfelder mit dem Abstand zum Kochfeld abnehmen, sollte auf Abstand geachtet werden und der Aufenthalt in der Nähe der Kochstelle gering gehalten werden. Zudem sollten die verwendeten Töpfe möglichst eher eine Nummer größer gewählt werden, weil dadurch die Magnetfelder im Boden dieser verbleiben und so wenig Streufelder nach außen dringen.
Elektrosmogsensible Menschen sollten jedoch besser auf einen herkömmlichen Herd umsteigen. Anders sieht es im professionellen Bereich wie Großküchen aus: Köche verbringen dort Stunden vor einem Induktionsherd, die Belastungen sind hier deutlich höher. Für z.B. Schwangere sind solche Arbeitsplätze nicht geeignet.
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