Höhenverstellbare Schreibtische: Vorsicht, Emissionen!

Höhenverstellbare Schreibtische sind praktisch, vor allem aus ergonomischer Sicht. Nachdem man die optimale Position gefunden hat, bleiben die Tische meist eingesteckt, wodurch erhebliche Emissionen auftreten können.

Bei Messungen bzw. Arbeitsplatzuntersuchungen werden immer wieder höhenverstellbare Schreibtische festgestellt, die sehr hohen Emissionen aufweisen. Folgende Abbildung zeigt einen Phasenprüfer am Schreibtisch einer Kundin, der eigentlich am Tisch nicht leuchten sollte. Phasenprüfer sind Testgeräte für Elektriker, um einen Draht zu finden, der unter Spannung steht bzw. den Strom führt. Eigentlich sollte das Gerät daher nur in der Steckdose leuchten. Bei der Immissionsmessung konnten entsprechend hohe Messwerte nachgewiesen werden, wobei Vorsorgewerte deutlich überschritten werden.

Schreibtisch-Messung

Copyright: Armin Rebernig

In folgender Tabelle sind die Immissionsmessungen im Arbeitsbereich von drei elektrisch höhenverstellbaren Schreibtischen dargestellt:

Tabelle 1: Immissionsmessung
Messung/Gerät Zustand Immissionsmessung
V/m
Vorsorgewerte EUROPAEM
V/m
Schreibtisch Kunde A Netzstecker EIN 258 Tagesbereiche < 10
Netzstecker AUS 29
Schreibtisch Kunde B Netzstecker EIN 98
Netzstecker AUS 1
Schreibtisch Kunde C Netzstecker EIN 123
Netzstecker AUS 0,7

 

Am Schreibtisch von Kunden A wurden 258 V/m (Volt pro Meter) nachgewiesen, bei Kunden B 98 V/m, Kunde C 123 V/m. Zur Bewertung der Immissionen wurden die Vorsorgewerte des EMF-Leitfaden zur Prävention, Diagnostik und Therapie EMF‐bedingter Beschwerden und Krankheiten der EUROPAEM herangezogen. In dieser werden für Immissionsmessungen 10 V/m für Tagesbereichen mit einer Aufenthaltsdauer von > 4 Stunden pro Tag und min. 20 Wochenstunden ausgewiesen (Arbeitsbereiche). Sobald die Schreibtische ausgesteckt wurden, sanken die Messwerte stark ab, die restlichen Feldstärken bei Kunden A resultieren aus Elektrokabeln im Körperbereich, die durch Abstand weiter reduziert werden können. Folgende Abbildungen zeigen exemplarisch die Immissionsmessungen:

Die erfassten Messwerte liegen nicht nur bei Bedienung bzw. Verstellung der Schreibtische vor, sondern permanent, was als ungewöhnlich hoch zu bewerten ist.

Biologische Wirkungen

Bewertungskriterien zu elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern können vereinfacht in staatliche und behördliche Grenzwerte sowie Richtwertempfehlungen zur Gesundheitsvorsorge eigeteilt werden (Schauer, 2013, S. 23). Gesetzliche Grenzwerte orientieren sich an den Referenzwerten der ICNIRP (International Commission for Non-Ionizing Radiation Protection), die auf dem Modell der thermischen Wirkung (Hochfrequenz) und Reizwirkung durch induzierte und influenzierte Körperströme (Niederfrequenz) basieren und Langzeitwirkungen ausschließen (Oberfeld, 2012, S. 54). ICNIRP- Grenzwerte berücksichtigen zudem keine biologischen Effekte, die auf elektrische oder elektro­chemische Funktionen im menschlichen Organismus wie Nervensystem, Gehirn, Hormon- oder Immunsystem zurückzuführen sind. Diese Effekte werden als sogenannte athermische Effekte bezeichnet, sie treten bereits bei wesentlich niedrigeren Feldstärken auf. Solche Effekte werden in Immissions-Vorsorgewerten (Richtwerten), die weit unter den gesetzlichen EMF-Grenzwerten (EMF = Elektromagnetische Felder) liegen, berücksichtigt. (Virnich et al., 2018) Grenzwerte sind rechtlich verbindlich, Richt-, Leit- und Referenzwerte hingegen nicht. (UBA, 2014, S. 1010)

Effekte bzw. biologische Wirkungen werden in der umweltmedizinischen Beurteilung elektromagnetischer Felder, der Österreichischen Ärztekammer (ÖAK) genannt. Weitere Erläuterungen zu biologischen Wirkungen von EMF sowie Vorsorgewerte werden auch in der Leitlinie der ÖAK zur Abklärung und Therapie EMF-bezogener Beschwerden und Krankheiten genannt.

EMF und deren Auswirkung auf biologische Systeme sind Stand der wissenschaftlichen Diskussion und Forschung. Die Plattform EHT (Environmental Health Trust) wurde von der Wissenschaftlerin und Nobelpreisträgerin Dr. Devra Lee Davis Ph.D. MPH und wissenschaftlichen Kollegen gegründet, zur Information der Bevölkerung über die Auswirkungen elektromagnetischer Felder.

In folgender Tabelle sind weitere Richtwerte dargestellt:

Tabelle 2: Weitere Richtlinien und Empfehlungen
Organisation Einstufung Expositionswert (V/m)
US-Kongress/EPA 1996 Empfehlung < 10
KATALYSE-Institut Empfehlung Tagsüber: 10, Nachts: 1
TCO – PC-Arbeitsplatz Norm, Band I: 5 Hz bis 2 kHz Richtwert 10
TCO – PC-Arbeitsplatz Norm, Band II: 2 kHz bis 400 kHz Richtwert 1

 

Lassen Sie die Belastung durch elektromagnetische Felder an Ihren Arbeitsplätzen untersuchen!

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Veröffentlicht am: März 26, 2025|Kategorien: Elektrosmog|Schlagwörter: , , , , |4,1 Min. Lesezeit|

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