Tablets, elektromagnetische Felder und Kindergesundheit:
Neue Erkenntnisse zum Tumorrisiko
Eine aktuelle Studie aus Mexiko-Stadt liefert wichtige Hinweise zum Risiko von Tumoren des Zentralnervensystems (CNST) bei Kindern. Diese Tumoren betreffen das Gehirn oder das Rückenmark und sind nach der Leukämie die zweithäufigste Krebsart im Kindesalter. Forscher untersuchten dabei über mehrere Jahre hinweg, wie sich Magnetfelder und Funkstrahlung auf die Gesundheit von fast 1.000 Kindern auswirken.
Besonderes Augenmerk lag auf den sogenannten extrem niederfrequenten Magnetfeldern (ELF-MF) , die im Alltag zum Beispiel durch Stromleitungen oder elektrische Geräte in der Wohnung entstehen. Die Untersuchung ergab, dass eine erhöhte Belastung von 0,4 Mikrotasla (µT) – das ist die Maßeinheit für die Stärke dieser Felder – das Risiko für eine Krebserkrankung mehr als verdoppeln kann. In der Studie waren vor allem Kinder über elf Jahren betroffen, die solchen Feldern in ihrem Schlafbereich ausgesetzt waren.
Auch die Hochfrequenzstrahlung (RF), die wir von Mobilfunk und WLAN kennen, wurde genau unter die Lupe genommen. Während das reine Telefonieren mit dem Handy in dieser Studie keine direkten Unterschiede zeigte, gab es bei der intensiven Nutzung von Tablets einen deutlichen Zusammenhang. Kinder, die über lange Zeiträume ein Tablet nutzten – egal ob zum Spielen ohne Netz oder zum Surfen im Internet –, zeigten ein deutlich höheres Risiko für die Entstehung von Tumoren.
Experten erklären die höhere Anfälligkeit von Kindern mit ihrer biologischen Besonderheit: Ihr Nervensystem befindet sich noch im Wachstum und ihr Gehirngewebe hat einen höheren Wassergehalt, was es leitfähiger für Strahlung macht. Zudem dringen die Strahlen aufgrund der geringeren Schädelstärke und des kleineren Kopfumfangs tiefer in wichtige Hirnregionen ein als bei Erwachsenen. Besonders bei Geräten, die nah am Körper gehalten werden, wie eben Tablets, absorbieren Kinder proportional viel mehr Energie.
Diese Forschungsergebnisse sind ein Weckruf, die tägliche Strahlendosis im Kinderzimmer kritisch zu hinterfragen. Die Wissenschaftler raten dazu, Kinder vor allem vor lang anhaltender Belastung zu schützen und die Nutzung elektronischer Geräte zeitlich zu begrenzen. Da Magnetfelder und Funkwellen in modernen Städten allgegenwärtig sind, könnten diese Erkenntnisse in Zukunft helfen, neue Sicherheitsregeln und Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Kleinsten zu entwickeln.
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