Einfluss schwacher elektromagnetischer Felder auf die Navigation von Mückenfledermäusen
Die winzige Mückenfledermaus wiegt kaum mehr als eine 20-Cent-Münze, vollbringt auf ihren Wanderungen jedoch erstaunliche Höchstleistungen. Eine aktuelle Studie der Universität Oldenburg zeigt nun, dass unsere moderne Technik dieses Naturwunder gefährden könnte. Forschende fanden heraus, dass bereits schwacher Elektrosmog die feinen Orientierungssysteme dieser Tiere erheblich durcheinanderbringt.
Um ihren Weg in der Dunkelheit zuverlässig zu finden, nutzen die Tiere einen sogenannten Magnetsinn. Unter Magnetrezeption versteht man die biologische Fähigkeit von Lebewesen, das Magnetfeld der Erde wahrzunehmen und als Kompass zur Navigation zu nutzen. Normalerweise kalibrieren die Fledermäuse diesen inneren Kompass jeden Abend bei Sonnenuntergang neu: Sie justieren ihren Magnetsinn anhand des Sonnenuntergangspunkts präzise, um ihre Route für die Nacht festzulegen.
In den wissenschaftlichen Versuchen wurden die Tiere einer schwachen Breitbandstrahlung ausgesetzt. Damit ist ein elektromagnetisches Rauschen gemeint, das viele verschiedene Frequenzen – von Langwellen bis hin zu Ultrakurzwellen – gleichzeitig abdeckt, ähnlich wie es durch Haushaltsgeräte oder Radioantennen entsteht. Es zeigte sich, dass schon eine kurze Belastung von 30 Minuten ausreichte, um die Orientierung der Fledermäuse über mehrere Stunden hinweg massiv zu stören. Während ungestörte Tiere zielgerichtet in ihre bevorzugte Zugrichtung flogen, wählten die dem Elektrosmog ausgesetzten Tiere ihre Abflugrichtung rein zufällig.
Besonders überrascht war das internationale Forschungsteam darüber, wie langanhaltend dieser Effekt bei den Säugetieren ist. Im Gegensatz zu Zugvögeln, deren Magnetsinn sich meist sofort erholt, sobald die Störung verschwindet, hielt die Desorientierung bei den Fledermäusen auch ohne weitere Bestrahlung an. Dies deutet darauf hin, dass ihr Navigationssystem auf anderen komplexen Prozessen basiert als das von Vögeln und nicht allein auf kurzlebigen quantenphysikalischen Effekten beruht.
Angesichts der zunehmenden Urbanisierung und der weltweiten Verbreitung drahtloser Technologien ist dies eine wichtige Erkenntnis für den Naturschutz. Die derzeitigen gesetzlichen Grenzwerte – also die festgelegten Höchstbeträge für Strahlung, die noch als sicher gelten – dienen primär dem Schutz des Menschen. Die Tierwelt wird dabei oft nicht berücksichtigt, obwohl sie offenbar schon bei Strahlungsintensitäten beeinträchtigt wird, die weit unter diesen Schwellenwerten liegen.
Lassen Sie die Belastung durch elektromagnetische Felder in Ihren Wohnräumen untersuchen!
Sie möchten die Immissionen durch elektromagnetische Felder in Ihren Wohnräumen überprüfen lassen oder bei Neubauten oder Renovierungen vermeiden? Fragen Sie jetzt für eine gesunde und elektrosmogfreie Wohnumwelt bei uns an!











