Wie physikalische und chemische Umwelteinflüsse chronische Entzündungen im Körper auslösen können

Jeden Tag sind wir einer Vielzahl von chemischen und physikalischen Einflüssen ausgesetzt, deren langfristige Auswirkungen auf unsere Gesundheit oft unterschätzt werden. Eine aktuelle wissenschaftliche Arbeit zeigt auf, wie diese alltäglichen Umweltbelastungen chronische Entzündungen in unserem Körper und Nervensystem hervorrufen können. Diese Abwehrreaktionen verlaufen oft unbemerkt im Hintergrund, weshalb Mediziner von einer sogenannten „stillen Entzündung“ (silent inflammation) sprechen.

Solche dauerhaften Entzündungsreaktionen können weitreichende Folgen haben und Erkrankungen wie Allergien, das Mastzellaktivierungssyndrom (eine Fehlregulation von Immunzellen) oder chronische Erschöpfung begünstigen. Besonders brisant ist, dass diese Umwelteinflüsse sogar sogenannte epigenetische Veränderungen bewirken können. Epigenetik beschreibt biologische Mechanismen, die die Aktivität unserer Gene beeinflussen, ohne den eigentlichen DNA-Code zu verändern. Diese umweltbedingten Veränderungen der Genaktivität können laut der Studie sogar an die nachfolgenden zwei bis drei Generationen weitergegeben werden.

Ein zentrales Bindeglied zwischen Umweltreizen und Entzündungen im Nervensystem – auch bekannt als Neuroinflammation – ist ein bestimmter Proteinkanal namens TRPV1. Dieser Rezeptor sitzt auf Nerven- und Immunzellen und reagiert wie ein hochempfindlicher Sensor auf Wärme, Lärm oder chemische Stoffe. Wird TRPV1 durch Umweltgifte dauerhaft aktiviert, strömt vermehrt Kalzium in die Zellen. Dies führt zur Freisetzung von Schmerz- und Entzündungsbotenstoffen und versetzt das Nervensystem in Alarmbereitschaft.

Interessanterweise erklärt die Umweltmedizin über diese Entzündungswege auch den biologischen Zusammenhang zu depressiven Verstimmungen. Wenn das Immunsystem durch Umweltgifte chronisch aktiv ist, schütten Immunzellen bestimmte Botenstoffe (Zytokine) aus, die ein Enzym namens IDO aktivieren. Dieses Enzym sorgt dafür, dass der Körper aus einer wichtigen Eiweißbaustein-Quelle nicht mehr das „Glückshormon“ Serotonin herstellt, sondern stattdessen einen anderen Stoff namens Kynurenin produziert. Dadurch sinkt der Serotoninspiegel drastisch, was Tatkraft, Motivation und Stimmung spürbar dämpfen kann.

Zusätzlich wirken chemische Schadstoffe und unphysiologische elektromagnetische Felder im Körper als handfester biologischer Stress. Um diesen Stress schnell zu bewältigen, schüttet der Organismus vermehrt das Stresshormon Noradrenalin aus. Der Abbau dieser Hormone verbraucht jedoch extrem viel Energie in Form von ATP, dem universellen Kraftstoff unserer Zellen. Kommen chronischer Umweltstress und ständige Entzündungen zusammen, gerät der Körper in ein massives Energiedefizit, was sich schließlich in einem Burnout oder dem Chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS) äußern kann.

Als wichtigste therapeutische Maßnahme nennt die Studie daher die konsequente Vermeidung und den Abbau von belastenden Umweltreizen. Da die Reaktionen und Belastungen von Mensch zu Mensch sehr verschieden sind, gewinnt eine individuell abgestimmte Diagnostik und Therapie in der Umweltmedizin zunehmend an Bedeutung. Natürliche entzündungshemmende Substanzen wie Omega-3-Fettsäuren, Curcumin oder Ingwer können hierbei unterstützen, müssen jedoch präzise auf den jeweiligen Patienten abgestimmt werden, um den Kreis aus Entzündung und Erschöpfung erfolgreich zu durchbrechen.

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Veröffentlicht am: September 3, 2026|Kategorien: Elektrosmog, Schadstoffe|Schlagwörter: , , , , |3,4 Min. Lesezeit|

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