Darmmikroben als Schutzschild: Wie „Ewige Chemikalien“ aus dem Körper entfernt werden
PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) sind langlebige, synthetische Chemikalien, die aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Hitze, Wasser und Fett in vielen Alltagsprodukten wie Antihaftpfannen oder wasserdichter Kleidung vorkommen und daher oft als „ewige Chemikalien“ bezeichnet werden. Diese Stoffe reichern sich in unserem Körper an und stehen im Verdacht, gesundheitliche Probleme wie verminderte Fruchtbarkeit und ein erhöhtes Krebsrisiko zu verursachen.
Forschende der University of Cambridge haben jedoch herausgefunden, dass bestimmte Mikroben im menschlichen Darm, dem sogenannten Darmmikrobiom (der Gemeinschaft aller Mikroorganismen im Darm), PFAS absorbieren können. Einen interessanten Artikel zur Studie finden Sie auch auf der Homepage der Universität, mehr Informationen zu PFAS und Chemikalien in unseren Beiträgen.
Die wissenschaftliche Untersuchung zeigte, dass diese Bakterienspezies (bestimmte Bakterienarten, darunter einige der Bacteroides-Familie) in der Lage sind, PFAS schnell aufzunehmen, ein Prozess, der als Bioakkumulation bekannt ist. Bei der Bioakkumulation speichern die Bakterien die Schadstoffe in Klumpen im Inneren ihrer Zellen, anstatt sie abzubauen. In Tierversuchen mit Mäusen, deren Darmmikrobiom mit diesen menschlichen Bakterien „humanisiert“ wurde, akkumulierten die Bakterien die von den Mäusen aufgenommenen PFAS und schieden sie anschließend über den Kot aus.
Dieses Forschungsergebnis liefert den ersten Beleg dafür, dass unser Darmmikrobiom helfen könnte, toxische PFAS aus dem Körper zu entfernen. Die Forscher planen nun, probiotische Nahrungsergänzungsmittel (Präparate zur Förderung nützlicher Mikroben) zu entwickeln, um die Menge dieser hilfreichen Darmmikroben gezielt zu erhöhen und so besser vor den Giftwirkungen der PFAS zu schützen. Während diese Probiotika entwickelt werden, empfehlen die Wissenschaftler, vorsorglich PFAS-beschichtete Kochgeschirre zu meiden und qualitativ hochwertige Wasserfilter zu verwenden.
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