Elektrostatik von Bürostühlen verursacht Bildschimausfälle

Ein Programmierer aus Deutschland machte eine überraschende Entdeckung: Jedes Mal, wenn er sich zu seinem Computer setzte, ging der Monitor aus. Es dauerte einige Zeit, bis er die Ursache fand: Der Kunststoffbezug des Büro-Sessels „Markus“ von Ikea lädt sich anscheinend elektrostatisch so stark auf, dass dadurch Störungen am Monitor verursacht werden. Müsste man den Stuhl ersetzen oder erden?

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Elektrostatische Felder weisen auch Effekte auf den Körper auf:

„Überwiegend positive Luftionisation durch Elektrostatik führt zu Kopfdruck, Müdigkeit, Blutdrucksenkung, Atembeschwerden. Aufgrund zahlreicher Experimente werden Zusammenhänge zwischen luftelektrischen Vorgängen und Epilepsie, Rheuma und Asthma nachgewiesen.“ (Haumann, 2005)

„Hohe elektrostatische Aufladungen im Räumen führen auch zu einer Störung des Raumklimas mit einer Abnahme von Kleinionen. Kasuistiken (Maes 2005) sehen u.a. Zusammenhänge mit Asthmaanfällen, Konzentrationsproblemen, Stress und Kopfschmerzen. Auch in diesem Bereich sind epidemiologische Untersuchungen dringend erforderlich.“ (Oberfeld, 2007)

Kaum ein Punkt der baubiologischen Messtechnik hat einen so großen Einfluss auf das Befinden in Räumen wie Elektrostatik und die daraus resultierenden luftelektrischen Vorgänge. Erhöhte elektrostatische Felder sollten daher vermieden werden.

Auch die natürliche Außenluft hat eine Elektrizität, sie liegt bei Schönwetter zwischen 50 V/m (Volt pro Meter) bis 200 V/m. Bei Fönwinden kann die Luftelektriziät auf bis zu 2.000 V/m ansteigen und die sogenannte Wetterfühligkeit verursachen. Bei Gewitter kann die Luftelektrizität auf bis zu 10.000 V/m ansteigen und zu deutlich stärkeren Effekten führen.

Kunststoffprodukte oder Kunststoffoberflächen können in Innenräumen eine deutliche erhöhte Luftelektrizität erzeugen. Gemessen wird dabei die Luftelektrizität und zur Quellenbestimmung die Oberflächenspannung sowie die Entladezeit der Oberflächen.

Auch die internationale Computerarbeitsplatznorm erlaubt max. 500 V Oberflächenspannung an Bildschirmen, im Abstand von 30 cm vor dem Bildschirm. Laminatböden oder Versiegelungen können Oberflächenspannungen von bis zu 2.000 V aufweisen, Synthetikmaterialien wie Gardinen, Vorhänge etc. bis zu 10.000 V und Plüschtiere bis zu 20.000 V. Im Körperbereich konnte an Bürostühlen eine Luftelektrizität von bis zu 40.000 V/m nachgewiesen werden.

Elektrostatisches Beispiel Bürostühle

Aufgrund von Kunststoffmaterialien in Wohnräumen kann eine stark veränderte und unnatürliche Luftelektrizität vorliegen. Die gesundheitlichen Effekte von Elektrostatik durch Kunststoffe sind dabei sehr ähnlich den natürlichen luftelektrischen Vorgängen durch Föhnwetter und Gewitter.

„Wetterfühligkeit“ kann in Gebäuden mit großzügigen Kunststoff-Oberflächen ständig empfunden werden. 

„Überwiegend positive Luftionisation durch Elektrostatik verursacht eine zunehmende Serotonin- Abgabe (Hormon), die zu Unbehagen, Gereiztheit, Schlafstörungen, Schmerzen, Krämpfen und Angstzuständen führt.“ (Haumann, 2005)

Elektrostatische Felder durch Kunststoffe sollten daher in Innenräumen vermieden werden. Auffällige Materialien können behandelt, abgedeckt oder ersetzt werden. Böden können mit natürlichen wachshaltigen Pflegemittel behandelt werden.

Was machen mit dem Bürostuhl aus dem oben genannten Beitrag? Eine Erdung ist hierbei nicht möglich, da Kunststoffe nicht leitfähig sind und die Aufladung des Materials nicht abgeleitet werden kann. Diese wurde bei Kunden und Firmen immer wieder gezeigt. Als Maßnahmen bleiben nur Behandlung mittels Antistatik-Spray, wobei hierbei auf enthaltende Chemikalien geachtet werden muss und dies eher nicht die baubiologische Wahl ist. Oder das einfache Abdecken der Oberflächen mit natürlichen Materialien, wobei auf eine ausreichende Stärke der Materialien geachtet werden muss, da sich die Elektrostatik des Stuhles ansonsten durchsetzt.

Bei Neukauf von Materialien und Produkten sollte auf natürliche Produkte oder antistatisch ausgewiesene Produkte geachtet werden.

 

Quellenverzeichnis:
Haumann, Th. (2005): Fernlehrgang Baubiologie, Lehrheft „Strahlung“, Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit, Seite 25-27, 3.2 Elektrobiologie, a) Elektrische Gleichfelder
Oberfeld, G. (2007): Österreichische Ärztekammer (ÖÄK), Diplomkurs Umweltmedizin, Umweltmedizinische Beurteilung elektromagnetischer Felder, Seite 5

 

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Veröffentlicht am: Mai 26, 2023|Kategorien: Elektrosmog|Schlagwörter: , , , , , , |4,3 Min. Lesezeit|

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