Schadstoffe in Kinderspielzeug
In Kunststoffen wird eine Vielzahl von chemischen Zusatzstoffen eingesetzt, um bestimmte Produkteigenschaften zu erhalten. Weitverbreitet sind Weichmacher, Flammschutzmittel, Stabilisatoren, Farbstoffe und Duftstoffe. Immer wieder werden Bedenken geäußert, dass auch Plastikspielzeug chemische Substanzen enthält, die für den Menschen schädlich sind. Dabei gelten Kleinkinder als besonders empfindlich gegenüber Chemikalien, vor allem wegen ihres schnelleren Stoffwechsels, dem höheren Verhältnis von Oberfläche zu Körpergewicht und dem Wachstum von Organen und Geweben.
Forscher an der Technischen Universität Dänemark haben Kinderspielzeug auf chemische Inhaltsstoffe geprüft, dabei wurden sowohl die Inhaltsstoffe als auch die Art der Nutzung und die durchschnittliche Menge an Spielzeug betrachtet. Von den 419 Chemikalien, die in Hartplastik, Weichplastik und Schaumstoff von Kinderspielzeug enthalten sind, haben die Forscher 126 Substanzen identifiziert, die die Gesundheit der Kinder potenziell schädigen könnten – weil sie z.B. krebserregend sind. Diese Stoffe sollten aus Kinderspielzeug verschwinden, aber leider sind auch die Alternativen dazu nicht immer unbedenklich.
Die größte Belastung ergibt sich laut der Studie nicht aus dem direkten Kontakt mit dem Spielzeug, sondern aus den Stoffen, die aus den Materialien austreten und sich in den Räumen anreichern. Da ein Kind in westlichen Ländern im Durchschnitt 18 kg Plastikspielzeug zur Verfügung hat, kann sich die Konzentration der ausgedünsteten Chemikalien rasch in gesundheitsgefährdende Bereiche bewegen.
Die Forscher raten daher primär zu einer Reduktion der Menge an Plastikspielzeug, was zudem die Konzentration und Kreativität beim Spielen steigert. Nach Möglichkeit sollte auf alternative Materialien wie Holz zurückgegriffen und vor allem Weichplastik – aufgrund des hohen Anteils an Weichmachern – vermieden werden.
Quellen: Bericht in scinexx – das wissensmagazin | Studie der Technischen Universität Dänemark
Baubiologische Empfehlungen
Schadstoffe unterscheiden sich in leichtflüchtige und schwerflüchtige Substanzen. Wie der Name schon sagt können leichtflüchtige Schadstoffe durch ausreichendes Lüften reduziert werden, schwerflüchtige Schadstoffe nur sehr bedingt, da diese eben „schwerflüchtig“ sind und sich in Innenräumen in zunehmenden Maßen anreichern. Diese gasen aus Materialien aus, haften sich an Oberflächen der Räume und reichern sich in den Hausstäuben an, mit denen diese dann auch verstärkt aufgenommen werden. In den Hausstäuben kommt es zudem zu einer sogenannten „Clusterbildung“, da sich Schadstoffe an den Stäuben stark anreichern können. Die Stäube und vor allem Feinstäube übernehmen dabei eine Trägerfunktion, wodurch Schadstoffe verstärkt in den Körper gelangen, was ohne diese nicht der Fall wäre. Zu den schwerflüchtigen Schadstoffen zählen auch hormonell wirksamen Substanzen wie Weichmacher und Flammschutzmittel aber auch ältere und mittlerweile verbotene Substanzen wie Holzschutzmittel, Insektizide und Fungizide, die vor allem in älteren Häusern noch in relevanten Mengen vorhanden sein können. Auch nach Entfernung der Pirmärmaterialien können diese Substanzen über sehr lange Zeit in Innenräumen bleiben, zum Teil über mehrere Jahrzehnte, da es in Innenräumen kaum Abbaumechanismen durch z.B. die UV- Strahlung gibt wie im Außenbereich. Dadurch können scheinbar gesunde Innenräume erhöhte Schadstoffkonzentrationen aufweisen und den menschlichen Körper beeinflussen oder schädigen.
Erkennung – Reduzierung – Vermeidung
Um die Schadstoffkonzentrationen von Wohnräumen zu überprüfen, werden Luftmessungen oder Hausstaubanalysen durchgeführt. Diese zeigen den Schadstoffgehalt der Wohnräume auf und aufgrund der vorhandenen Substanzen und Konzentrationen können Rückschlüsse auf Quellen gemacht und Reduzierungsmaßnahmen bestimmt werden. Liegen nur geringe Konzentrationen vor, sind z.B. optimierte Reinigungsmaßnahmen ausreichend. Bei erhöhten Schadstoffkonzentrationen sind Feinreinigungen erforderlich oder Quellenbestimmungen zur Primärquellenreduzierung. Feinreinigungen können zumeist von den Bewohnern noch selbstständig und verhältnismäßig einfach durchgeführt werden. So lassen sich Schadstoffe in Innenräumen gezielt erkennen, reduzieren und vermeiden.
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