Zunahme des Medienkonsums bei Kleinkindern: Was Eltern wissen müssen
Die heutige digitale Welt bietet viele Vorteile, aber sie birgt auch Risiken, insbesondere für die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft. Eine Studie zeigt, dass 60 % der ein- bis zweijährigen Kinder in Österreich täglich bis zu zwei Stunden vor Bildschirmen verbringen.
Übermäßige Mediennutzung führt zu einer Reihe von Problemen, darunter Sprach- und Verhaltensstörungen, Schlafproblemen und Übergewicht. In einem Interview auf diagnose:funk schildert die Kinderärztin Arnika Thiede, dass in ihrer Ambulanz fast täglich Kleinkinder mit diesen Problemen gibt, sie haben oft Schwierigkeiten, mit anderen zu interagieren und leben in ihrer eigenen Welt. Es ist besorgniserregend, dass viele Kinder zwar Touchscreens bedienen können, aber grundlegende Fähigkeiten wie das Essen mit Besteck oder das Anziehen nicht beherrschen.
Die Gehirne von Kindern verändern sich durch den frühen und exzessiven Medienkonsum strukturell und funktionell. Die frühzeitige Exposition gegenüber digitalen Medien kann langfristige Auswirkungen haben, die sich bis ins Erwachsenenalter ziehen können, selbst wenn die Bildschirmzeit reduziert wird. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Anziehungskraft von Handys auf Kinder auf der Aktivierung des Belohnungssystems und der Dopaminausschüttung beruht. Zudem imitieren Kinder das Verhalten ihrer Eltern, die oft selbst viel Zeit mit digitalen Geräten verbringen.
Um diesem Trend entgegenzuwirken, gibt es Präventionsangebote wie den Workshop „Smart(ohne)phone“. Dieser Workshop richtet sich an werdende Eltern und Eltern von Kleinkindern und vermittelt Wissen über die Gefahren des frühen Medienkonsums sowie Tipps für altersgerechte Spiele ohne Bildschirme. Es ist in Ordnung, mit der Oma per Video zu telefonieren oder sich kurz Urlaubsbilder anzuschauen, solange die Kinder nicht alleine vor dem Bildschirm sitzen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt idealerweise gar keinen Medienkonsum für Kinder unter drei Jahren, aber ab drei Jahren sind 30 Minuten und ab sechs Jahren eine Stunde Medienzeit pro Tag in Begleitung eines Elternteils empfohlen.
Es ist wichtig, dass Eltern sich der Risiken bewusst sind und Maßnahmen ergreifen, um die Bildschirmzeit ihrer Kinder zu begrenzen. Die Fälle von Medienkonsumstörungen haben seit 2017, insbesondere während der Corona-Pandemie, massiv zugenommen. Diagnose:funk hat daher zwei Videos produziert (siehe unten) und eine Reihe von Publikationen herausgebraucht, wie z.B. „Überblick Nr. 7: Kinder und digitale Medien – Eine pädagogische Herausforderung!“, die Eltern und Erziehern helfen können, die Entwicklung von Kindern unter dem Einfluss digitaler Medien besser zu verstehen. Sie finden die Downloads auf der Seite von diagnose:funk.
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