5G und seine Auswirkungen: Eine Untersuchung zu Immunfunktion und Gehirnaktivität
Die ständig wachsende Präsenz künstlicher elektromagnetischer Felder (EMF) in unserer Umwelt, die über die natürlichen Vorkommen hinausgehen, wirft wichtige Fragen bezüglich ihrer Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit auf. Eine Studie von Henz und Müller, die in der Zeitschrift „umwelt · medizin · gesellschaft“ veröffentlicht wurde, hat sich mit der potenziellen Rolle von 5G als Umweltstressor auseinandergesetzt und untersucht, wie diese Technologie die Immunfunktion sowie die elektrische Gehirnaktivität beeinflussen könnte.
Die Forschung geht der Frage nach, ob 5G entzündliche Reaktionen des Immunsystems und Veränderungen des Elektroenzephalogramms (EEG) auslösen kann und welche Hirnbereiche davon betroffen sind. Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass 5G-Exposition in der Lage ist, eine pathologisch erhöhte Freisetzung proinflammatorischer Zytokine wie Interleukin-1ß (IL-1ß) und Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α) auszulösen. Insbesondere stieg der Wert von IL-1ß bereits 30 Minuten nach 5G-Einwirkung deutlich an und blieb über den Untersuchungszeitraum von zwei Stunden erhöht. TNF-α zeigte ebenfalls einen stetigen Anstieg, wobei die Werte ab 90 Minuten nach Exposition die Norm überschritten. Diese Zytokine spielen eine zentrale Rolle bei Entzündungsprozessen und könnten als Auslöser für „stille Entzündungen“ sowie Störungen der neuroendokrinen Stressachse in Betracht kommen. Es ist bekannt, dass EMF oxidativen Stress auslösen können, was wiederum eine Aktivierung von Nuclear Factor-kB (NF-kB) und die Freisetzung dieser Zytokine zur Folge haben kann.
Parallel dazu wurden signifikante Veränderungen der Gehirnaktivität mittels EEG beobachtet. Die Analyse zeigte eine Zunahme der höherfrequenten Anteile des EEGs (Beta- und Gamma-Aktivität) in verschiedenen Gehirnregionen, darunter frontale, zentrale, temporale, okzipitale und limbische Bereiche, unmittelbar nach 30-minütiger 5G-Exposition. Gleichzeitig wurde eine Reduktion der niederfrequenten Anteile (Theta- und Alpha-Aktivität) in den parietalen und okzipitalen Regionen festgestellt. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass EMF, auch durch neuere Smartphone-Modelle und Bluetooth-Headsets, tieferliegende Schichten des Gehirns, wie das limbische System, erreichen können. Diese beobachteten Veränderungen in der Gehirnfrequenzaktivität liefern eine neurophysiologische Erklärung für das Auftreten einer Reihe von neuropsychiatrischen Störungen, die mit entsprechenden EEG-Veränderungen einhergehen. Es wird zudem diskutiert, dass langfristige EMF-Exposition die Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson begünstigen könnte.
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