Mobilfunk und die unsichtbare Gefahr für unsere Zellen
In einem ausführlichen Interview auf diagnose:funk mit vielen Verweisen auf aktuelle Studien erläutert der Biologe und Biophysiker Dr. Ulrich Warnke, warum Mobilfunkstrahlung weitaus riskanter sein könnte, als viele offizielle Stellen zugeben. Im Zentrum seiner Warnungen steht der sogenannte oxidative Zellstress, ein Prozess, der die natürliche Balance in unserem Körper empfindlich stört. Dieser Mechanismus gilt heute als Grundlage für viele moderne Zivilisationskrankheiten und wird durch die ständige Funkstrahlung befeuert.
Unter oxidativem Stress versteht man ein Ungleichgewicht im Körper, bei dem zu viele aggressive Sauerstoffverbindungen entstehen, die sogenannten freien Radikale. Normalerweise besitzt unser Körper ein Schutzsystem aus Antioxidantien, welche diese Radikale einfangen und neutralisieren. Die Strahlung von Handys oder WLAN sorgt jedoch dafür, dass zu viele dieser Radikale produziert werden, wodurch das Schutzsystem überfordert wird und Schäden an den Zellen entstehen können.
Besonders betroffen sind die Mitochondrien, die man sich wie winzige Kraftwerke vorstellen kann, die jede unserer Zellen mit Energie versorgen. Wenn diese Kraftwerke durch die Strahlung geschädigt werden, kann dies zu chronischer Müdigkeit, Entzündungen oder sogar zu langfristigen Veränderungen im Erbgut führen. Dr. Warnke betont, dass diese Effekte bereits bei Strahlungswerten auftreten, die weit unter den gesetzlich erlaubten Höchstwerten liegen.
Ein großes Problem in der aktuellen Debatte ist, dass Behörden oft nur die thermischen Wirkungen berücksichtigen, also die Frage, ob das Gewebe durch die Strahlung warm wird. Die hier beschriebenen biologischen Schäden zählen jedoch zu den nicht-thermischen Wirkungen, die ohne eine Erwärmung direkt in die chemischen Abläufe der Zelle eingreifen. Kritiker werfen staatlichen Stellen vor, diese wissenschaftlichen Erkenntnisse systematisch auszublenden, um wirtschaftliche Interessen nicht zu gefährden.
Angesichts der breiten Studienlage fordern Experten wie Dr. Warnke eine konsequente Anwendung des Vorsorgeprinzips. Dieses besagt, dass Schutzmaßnahmen bereits dann ergriffen werden sollten, wenn ernsthafte Hinweise auf eine Gefahr vorliegen, anstatt auf eine absolute Beweislast zu warten, die in der Biologie kaum möglich ist. Bis die Politik reagiert, bleibt es jedem Einzelnen überlassen, die eigene Funkbelastung im Alltag durch Kabelverbindungen und bewusste Handynutzung zu minimieren.
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