Wohnen & Gesundheit: Die chemische Bilanz nach einer Renovierung

Ein Artikel auf scinexx.de beleuchtet die oft übersehene Präsenz gesundheitsschädlicher Chemikalien in Innenräumen, selbst in neu renovierten Gebäuden, die nach modernen ökologischen Standards saniert wurden. Diese Untersuchung, die in renovierten Sozialwohnungen in Boston durchgeführt wurde, zeigte, dass alle getesteten Wohneinheiten Konzentrationen von mindestens einer Chemikalie aufwiesen, die über den verfügbaren risikobasierten Screening-Werten lagen.

Die Forscher unterschieden in ihrer Studie dabei, ob die Chemikalien primär aus den Baumaterialien des Gebäudes stammten oder durch die Bewohner und deren Konsumprodukte eingebracht wurden. Diese detaillierte Analyse der Quellen ist entscheidend, um wirksame Strategien zur Verringerung der Chemikalienexposition zu entwickeln. Es zeigte sich, dass bestimmte Substanzen wie synthetische Duftstoffe überwiegend durch die Bewohner und deren Aktivitäten – wie die Nutzung von Parfüms oder Reinigungsmitteln – eingebracht wurden. Auch der antibakterielle Wirkstoff Triclosan oder weitere Weichmacher und Flammschutzmittel, die typischerweise in Kunststoffen und Möbeln vorkommen, stiegen nach dem Einzug der Mieter an. Demgegenüber stammten andere Chemikalien wie Dibutylphthalat (DBP) und Xylen maßgeblich aus den Baumaterialien der Gebäude. Besonders überraschend war der Nachweis von Flammschutzmitteln wie TCPP und TDCPP, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein und vermutlich in Dämmmaterialien enthalten waren, sowie von Benzophenonen, die oft in Sonnencremes vorkommen, bereits in den unbewohnten Wohnungen – letztere könnten aus Farben oder Bodenversiegelungen stammen. Fälle wie Diethylphthalat (DEP) und Formaldehyd waren komplexer, da sie sowohl aus Baumaterialien als auch durch Bewohneraktivitäten in die Raumluft gelangten und in allen untersuchten Wohnungen über den Grenzwerten der US-Umweltbehörde EPA lagen.

Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, dass „grüne“ Baustandards nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch die Belastung mit Umweltgiften berücksichtigen, da Mieter kaum Einfluss auf die vom Gebäude ausgehende Belastung haben.

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Veröffentlicht am: Juni 12, 2025|Kategorien: Schadstoffe|Schlagwörter: , , , , |2,2 Min. Lesezeit|

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