Aktuelle WHO-finanzierte Studie warnt vor erhöhtem Krebsrisiko durch Mobilfunkstrahlung bei Labortieren
Der Environmental Health Trust verweist auf eine neue, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützte Studie mit starken Beweisen dafür, dass die Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern (EMF), wie sie von Mobiltelefonen ausgehen, die Krebsinzidenz bei Labortieren erhöht. Diese wichtige systematische Überprüfung wurde in der Fachzeitschrift Environment International veröffentlicht.
Die systematische Überprüfung, an der führende Experten für elektromagnetische Strahlung und Veterinärmedizin beteiligt waren, bewertete 52 Tierstudien, darunter Langzeit-Bioassays. Sie kam zu dem Schluss, dass ein hohes Maß an Sicherheit (Certainty of the evidence, CoE) für das erhöhte Auftreten von malignen Herz-Schwannomen (Nerventumoren) und Gliomen (Hirntumoren) bei männlichen Ratten besteht, die EMF ausgesetzt waren. Für weitere Krebsarten wie Lymphome, Tumoren der Nebenniere, der Leber und der Lunge wurde ein moderates CoE festgestellt. Diese Ergebnisse stammen aus in vivo Tierstudien, die für die Identifizierung karzinogener Gefahren beim Menschen von großer Bedeutung sind. Interessanterweise stimmen die beiden Tumorarten mit hohem CoE bei Tieren mit denjenigen überein, die die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) beim Menschen als „begrenzte Evidenz für Karzinogenität“ eingestuft hat.
Diese Erkenntnisse stehen im Kontrast zu einigen Schlagzeilen, die 5G-Strahlung als „sicher“ bezeichnen. Solche „Sicherheitsaussagen“ basieren jedoch oft auf eingeschränkten In-vitro-Studien, die beispielsweise nur zwei spezifische Hautzelltypen untersuchen, sehr kurze Expositionszeiten (z.B. 48 Stunden) oder nur einen engen Frequenzbereich der komplexen 5G-Spektren (niedrig, mittel, hoch) testen. Derart begrenzte Experimente können keine aussagekräftigen Informationen über chronische Gesundheitseffekte oder Auswirkungen auf andere Zelltypen im lebenden Organismus liefern. Die hier vorgestellte WHO-Studie hingegen liefert umfassendere und direktere Beweise aus Langzeit-Tierversuchen.
Angesichts des hohen CoE für die Karzinogenität von EMF in experimentellen Tieren fordert dies politische Entscheidungsträger weltweit auf, ihre Grenzwerte für Strahlung zu überarbeiten, um die öffentliche Gesundheit und die Umwelt zu schützen. Obwohl die Übertragung des Risikos von Tierstudien auf den Menschen komplex ist, insbesondere ohne ein vollständiges Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen der Karzinogenität, ist die Relevanz für die menschliche Gefahrenidentifikation unbestreitbar. Weitere Forschung ist dringend erforderlich, um die Mechanismen besser zu verstehen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu entwickeln, da die Exposition durch neue Technologien wie 5G weiter zunehmen wird.
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