Wie Nanoplastik aus Polystyrol die Energieversorgung in unserem Gehirn stört

Wenn Polystyrol zerfällt, entstehen Nanopartikel: Diese Teilchen können über die Nahrung oder Atemluft aufgenommen werden und sogar bis in unser Gehirn vordringen. Eine Untersuchung, die im Journal of Hazardous Materials: Plastics veröffentlicht wurde, zeigt, dass diese Teilchen die Blut-Hirn-Schranke – eine natürliche Schutzbarriere gegen Schadstoffe – durchdringen können. Einmal im Gehirn angekommen, beeinträchtigen sie dort die Gesundheit der Nervenzellen.

Im Fokus stehen dabei die Mitochondrien, die als „Kraftwerke“ unserer Zellen die notwendige Energie (ATP) für alle Lebensvorgänge bereitstellen. Die Polystyrol-Nanopartikel stören dabei die sogenannte Elektronentransportkette (einen biologischen Prozess zur Energiegewinnung), indem es den Teilchenfluss zwischen wichtigen Proteinkomplexen blockiert. Ohne diesen reibungslosen Ablauf verlieren die Zellen ihre Kraft, da ihnen der biologische „Treibstoff“ ausgeht. Ein dauerhafter Energiemangel kann zum Zellsterben führen und wird mit Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer in Verbindung gebracht. Zwar treten schädliche Abfallprodukte wie ROS (aggressive Sauerstoffmoleküle) oft erst verzögert auf, doch die direkte Schädigung der Zellatmung ist bereits ein kritisches Warnsignal. Ein besserer Schutz vor Polystyrol-Nanoplastik ist daher für unsere langfristige Gehirngesundheit unerlässlich.

Aber wo kommt Polystyrol in unseren Wohnräumen vor und wie kann es reduziert werden? Den Kunststoff findet man im Haushalt in Lebensmittelverpackungen wie z.B. Joghurtbechern, Verpackungsmaterialien und Gehäusen von Haushaltsgeräten. Zudem wird es als Dämmstoff an Fassaden und im Gebäude in Bodenaufbauten verwendet. Inwieweit diese Materialien Nanoplastik abgeben, ist nicht bekannt, aber dass man von z.B. Joghurtbechern oder ähnlichen Verpackungen etwas abschaben kann und mit der Nahrung aufnimmt, ist wahrscheinlich. Besonders bedenklich sind polystyrolgefüllte Sitzsäcke oder auch Stillkissen. Bei diesen kann man auch beobachten, wie sich die Füllung langsam abbaut oder auflöst und die Produkte immer „lascher“ werden. Durch den Abbau der Kunststofffüllung kann Nano-Styropor in die Atemluft dringen und eingeatmet werden.

Das ist eine wichtige Erkenntnis, auf welche die wissenschaftlich fundierte Baubiologie und Umweltmesstechnik seit Jahrzehnten hinweisen.

D.M. Seward, C.D. Keegan, G.P. Davey, (2025): Polystyrene nanoplastics target electron transport chain complexes in brain mitochondria, Journal of Hazardous Materials: Plastics, Volume 1, 2025, 100003, ISSN 3051-0600, https://doi.org/10.1016/j.hazmp.2025.100003. The graphics were published under a Creative Commons licence and no changes were made to them.
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Veröffentlicht am: Januar 23, 2026|Kategorien: Schadstoffe|Schlagwörter: , , , , |2,7 Min. Lesezeit|

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